Patricia Urquiola

Patricia Urquiola

Geboren 1961 in Oviedo (Spanien)

Architekturstudium an der Faculdad de Arquitectura de Madrid und am Polytech-nikum in Mailand

1990 und 1992 Assistenzlehrkraft an der Hochschule für Industriedesign in Paris

1990-1996 Leitung Produktentwicklung
De Padova

2001 Gründung Studio Urquiola

Adresse:
Patricia Urquiola
Studio Urquiola
p.le Libia, 5
20135 Mailand
Italien

www.patriciaurquiola.com

 

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Patricia Urquiola

Design das Geschichten erzählt

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Das kreative Multitalent Patricia Urquiola hat eine unverwechselbar poetische und vitale Handschrift. Sie zählt schon seit Jahren zu den Größen für zeitgenössisches Design.

Eine wichtige Quelle ihrer Inspiration ist das tägliche Leben. Sie selbst beschreibt ihre Arbeitsweise so: „Ich bin eklektisch, vielseitig und facettenreich. Ich denke gerne gleichzeitig in verschieden Ebenen, in Architektur und Design. Ich interessiere mich für Verhaltensweisen, für Handwerkstechniken, für bestimmte Dinge aus meiner Erinnerung, die ich mit neuen Technologien reinterpretiere, für einzelne Aspekte meines Lebens und für die Mischung aus all dem.“ Sicher sind ihre spanischen Wurzeln für die vitale und temperamentvolle Ausdruckskraft in ihren Entwürfen verantwortlich. Gleichzeitig strahlen diese eine Wärme und Sensibilität aus, die durch ihre ganz eigene, feminine Wahrnehmung zustande kommen.

Patricia Urquiolas bereits berühmten und mit zahlreichen Designpreisen ausgezeichneten Arbeiten für das „Who is Who“ des internationalen Wohndesigns wie Alessi, B&B Italia, De Padova, Driade, Kartell, Molteni, Moroso und Rosenthal – nur um einige aus ihrer langen Klientenliste aufzuzählen – spiegeln ihre vielfältige Kreativität und enorme Schaffenskraft wider. Seit vier Jahren arbeitet sie mit Axor, der Designermarke der Hansgrohe AG, zusammen.

Ihre erste „Vision vom Bad” entwickelte sie schon 2004 gemeinsam mit Axor im Axor WaterDream Projekt, dessen Ergebnis 2005 auf dem Salone del Mobile präsentiert wurde. Die gemeinsam entwickelte Axor Urquiola Badkollektion wurde Ende November 2008 der weltweiten Designpresse vorgestellt.

Die in Oviedo (Spanien) geborene Designerin lebt und arbeitet heute in Mailand. Sie absolvierte zunächst ein Studium an der Facultad de Arquitectura de Madrid und studierte dann am Polytechnikum Mailand, wo sie ihren Abschluss mit einer Arbeit bei Achille Castiglioni gemacht hat.

An diesem Institut war sie anschließend sowohl für ihn als auch für Eugenio Bettinelli als Assistenzlehrkraft tätig. Parallel dazu – von 1990 bis 1996 – leitete sie die Produktentwicklung von De Padova und zeichnet gemeinsam mit Vico Magistretti für die Produkte „Flower“, „Loom Sofa“ und „Chaise Longue“ verantwortlich. Mehrere Jahre spezialisierte sie sich auf Architekturprojekte wie Showrooms, Restaurants, Wohn- und öffentliche Bauten bevor sie 1996 die Designchefin des Studios Lissoni Associati wurde. Im Jahr 2001 eröffnete sie ihr eigenes Designstudio in Mailand. Ausgezeichnet mit zahlreichen international renommierten Design- und Architekturpreisen wurden ihr Ausstellungen in Spanien, Italien, Niederlanden, Belgien und Deutschland gewidmet. Das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) hat mehrere ihrer Werke gekauft.

Wie fühlt es sich an, als eine der bekanntesten und wichtigsten zeitgenössischen Designerinnen bezeichnet zu werden?

Eine große Verantwortung! Jedes Mal, wenn wir ein neues Projekt starten, fangen wir ganz von vorne an. Die Dinge, die ich vorher getan und entworfen habe stellen nicht automatisch ein Sicherheitsnetz dar. Das Gute daran ist, dass Sie, wenn man ein gewisses Maß an Glaubwürdigkeit und Bekanntheit erreicht hat, es viel leichter haben die richtigen Kunden zu wählen und zu gewinnen.

Wer oder was inspiriert Sie?

Alles! Personen, Situationen, fremde Kulturen – kurz, das tägliche Leben! Dabei spielen meine Erinnerungen und persönlichen Erfahrungen eine ganz wichtige Rolle. Ich beobachte sehr viel und halte meine Augen offen, egal ob ich auf dem Speicher meiner Großmutter alte Möbel aufspüre oder in Singapur ein Restaurant besuche. Mich inspirieren meist ganz gewöhnlich scheinende Gegenstände oder auch herkömmliche Handwerkstechniken, die ich aus meiner Kindheit kenne oder die mir im Laufe meines Lebens begegnet sind. Mit all diesen Eindrücken im Kopf entstehen meist schon beim Betrachten beispielsweise eines Stuhls oder Sofas Ideen, wie man archetypische Formen mit neuen Materialien, wie man vielleicht vergessene Objekte – mit zeitgemäßem Design versehen – wieder und neu entdecken kann.

Wie beschreiben Sie selbst Ihr Design?

Mein Design ist nicht spektakulär. Die Menschen sehen sich meine Möbel, Waschtische oder Armaturen an und sollen denken: „Damit bereichere ich mein Leben! Das sind wirklich gute und praktische Objekte, die Form und Funktion so verbinden, dass ich mich mit ihnen identifizieren kann und jeden Tag Freude an ihnen habe.“ Außerdem finde ich es wichtig, dass man ein gutes haptisches Erlebnis beim Berühren meiner Produkte hat. Wenn meine Entwürfe diese Botschaften vermitteln, dann spreche ich von gutem Design. Und dann bin ich vielleicht für einen Moment zufrieden.

Wie drückt sich das im Axor Urquiola Bad aus?

Mir ist wichtig, dass man sich mit meinen Designs wohl fühlt. Und das ist mir – glaube ich – mit Axor Urquiola und dem dazu entworfenen Bad gelungen. Die Menschen sollen den Raum betreten und sich gleich zuhause fühlen. Das liegt nicht nur daran, dass ich bei den Waschtischen mit bekannten archetypischen Formen gespielt habe oder dass man meine Armaturen immer noch als Armatur erkennen kann. Es sind auch die kleinen und großen, aber ganz persönlichen Gegenstände – ein Reisesouvenir aus dem letzten Urlaub dort oder der antike Spiegel der Großtante hier –, die aus einem Raum ein Heim machen. Damit vermittelt das Axor Urquiola Badambiente vom ersten Moment an ein Gefühl der Geborgenheit.

Axor Urquiola - Was war die Inspiration zu der Kollektion?

Am Anfang war die Vision des Badezimmers mit dem Axor Water-Dream-Projekt 2005. Eine konzeptionelle Idee, mein Traum von einem idealen Raum. Ein spannendes Experiment, bei dem wir einander kennen lernten und die Grundlage für unsere künftige Zusammenarbeit legten.

Am Anfang war die Vision des Badezimmers. Wie begannen Sie diese Kollektion zu entwickeln?

Wir gingen von einem Element, einer Art von Metall-Bambus-Pflanze aus. Am Ende hatten wir mehr als 60 Produkte um aus jeder erdenklichen Konfiguration eines normalen Bades, diese Produkte in meine ideale „Y“ Raumform integrieren zu können.

Mit „Intimitäts-Zonen“ für ein besseres Zusammenleben. Was teilt man, was ist für sich selbst? Was will man seinem Partner zeigen und was nicht?

Die beiden Waschbecken auf verschiedenen Wänden oder zwei Duschen, geteilt durch Pflanzen, die Zimmer geteilt durch die Paravent-Heizung zeigen deutlich die Herkunft, den Geist und die Möglichkeiten dieser Kollektion.


Was glauben Sie wie sich das Bad verändern wird?

Ich denke, es geschieht in gleicher Weise wie bei der Küche. Nicht mehr ein isolierter, separater Bereich, sondern offen für andere Funktionen und Möglichkeiten der Nutzung. Ein Badezimmer ohne Wände, die Öffnung hin zum Schlafzimmer oder dem begehbaren Kleiderschrank. Ein vernetzten Raum für Intimität, Pflege und Erholung. Der einzige Bereich im Haus den wir nicht der Welt zeigen müssen.

Sie sind ursprünglich aus Spanien - was waren die Gründe nach Mailand zu gehen? Was gefällt Ihnen am meisten an dieser Stadt?

Ich ging nach Mailand wegen der Liebe und verliebte mich in das Design. Ich denke Mailand ist eines der wichtigsten Zentren für Design. Die Milan Design Week ist die größte Veranstaltung für Produkt-Design der Welt und rund um die Stadt gibt es viele große interessante Unternehmen die sich mit Design auseinandersetzen.

Was tun Sie in Ihrer Freizeit?

Ich verbringen die Zeit mit meiner Familie, Reisen, Bücher und zeitgenössischer Kunst.

Wie sieht Ihr Zuhause aus?

Ein Container von Prototypen und Bücher.

Viele Designer schauen auf Ihre Arbeit oder haben Sie als Vorbild. Wer war oder ist für Sie Mentor ?

Ich habe viel gelernt von meinem Mentor Achille Castiglioni und Vico Magistretti. Aus meiner Generation Jasper Morrison, Konstantin Grcic und die Brüder Bouroullec.

Sie begannen als Architektin, was brachte Sie zum Möbel-Design?

Achille Castiglioni, gab mir zu verstehen, dass das Design mit einem kleinen „d“ genauso faszinierend sein kann wie Architektur mit einem großen „A“. Es sind nicht die Größe und der Umfang eines Projektes wichtig, sondern wie ehrlich und leidenschaftlich man an das Projekt herangeht und dieses umsetzt.

Wie sieht wohl das feminine Traumbad aus?

Die spanische Designerin und Architektin Patricia Urquiola hat diesen Traum in die Realität umgesetzt und gemeinsam mit der Designermarke Axor eine Badkollektion entworfen. Das Ambiente – sinnlich und leidenschaftlich – fördert das Zusammenspiel zwischen Intimität und Begegnung in einem Umfeld voller Geborgenheit und Wärme.

Im Design- und Raumkonzept von Axor Urquiola sind Schlafzimmer und Bad nicht mehr voneinander getrennt. Beide Bereiche verschmelzen zu einem harmonischen Zusammenspiel von Schlafen, Körperpflege und Entspannung. Dabei ist das Bad so aufgeteilt, dass Begegnung, Kommunikation und Privatsphäre gleichzeitig möglich sind.

„Diese Kollektion kann jeden von uns auf seine Weise verzaubern und erlaubt uns damit die ganz individuelle Gestaltung des eigenen, privaten Rückzugs- und Wohlfühlraums“, erläutert Philippe Grohe, Markenleiter von Axor. „Dies gilt umso mehr, als Axor Urquiola unsere bisher umfangreichste und vollständigste Badkollektion ist, die von Armaturen über Wannen und Waschschüsseln bis hin zu einem Heizkörper reicht, der als freistehender Raumteiler, aber auch als Radiator für die Wandmontage verwendet werden kann.“

Frei nach dem Motto Individualität im Doppelpack hat sich die Stardesignerin für alle, die auf ihren eigenen Waschplatz nicht verzichten wollen, etwas Besonderes ausgedacht: zwei Lavabos, zwei Duschen und zwei Badewannen. „Ich habe dieses Bad für ein imaginäres Paar entworfen, für zwei verschiedene Persönlichkeiten. Die Frage nach der Intimität war für mich hier ganz wichtig: Der Waschbereich ist für mich der Ort, an dem ich mich um meine ganz eigenen Bedürfnisse kümmere.“, so Patricia Urquiola.